Mittwoch, 31. Oktober 2007
Der Heise-Ticker meldet: BGH: Verschlüsselung von E-Mails begründet keinen dringenden Tatverdacht
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seiner Entscheidung zur Aufhebung des Haftbefehls gegen den Soziologen Andrej H. auch klargestellt, dass allein aus dem Umstand der Verschlüsselung von E-Mails nicht zwingend geschlossen werden dürfe, in den Nachrichten seien strafbare Handlungen enthalten. (Beschl. v. 18. 10. 2007 – Az.: StB 34/07[2])
Das klingt ja erstmal beruhigend. Demokratie funktioniert.
Auf den zweiten Blick: Immerhin drei Wochen Untersuchungshaft - wg. sehr fragwürdiger Recherchemethoden der Generalbundesanwaltschaft. Und erst der Bundesgerichtshof mußte die eifrigen Ermittler in ihre Schranken weisen. Neben der "verdächtigen" Benutzung von Worten spielt die Terrorangst bei der Generalbundesanwaltschaft wohl eine bedeutende Rolle. Wer verschlüsselt, macht sich erstmal sehr verdächtig. Es geht hier nicht um Ermittlungen, sondern um die Verhängung von Untersuchungshaft, der ein dringender Tatverdacht zugrunde liegen muß. Bei immerhin nur 6% der nach dem Terrorismusparagraphen §129a durchgeführten Ermittlungen kam es bisher überhaupt zur Erhebung einer Anklage.
Montag, 22. Oktober 2007
"Der Gruppenleiter ist nur Helfer und Moderator - alles andere übernehmen die Jugendlichen selbst". Nach diesem Motto veranstalten wir beim AltmuehlNet derzeit das wöchentliche Treffen unserer Jugendgruppe. Die Gruppe hat entschieden, die Zusammenkünfte künftig zur noch intensiveren Fortbildung zu nutzen und will dabei selbst die Regie in die Hand nehmen. Aus einem Pool von insgesamt sechs Themenbereichen haben unsere Jungs und Mädels sich als erstes den Punkt "Sicherheit" ausgesucht. Innerhalb der nächsten drei Wochen arbeiten sich die 11- bis 18-jährigen selbstständig in die Thematik rund um Würmer und Viren, Phishing, Firewalls und Nutzerbeschränkungen am Computer ein und unterrichten sich gegenseitig in diesen Disziplinen. Auch fortgeschrittene Techniken wie Fingerabdruckscanner und Authentifizierung per SmartCard wurden schon in der Runde von insgesamt acht Teilnehmern diskutiert. Die Ziele sind für die Gruppe freilich hoch gesteckt: In möglichst kurzer Zeit wollen sie so zu Computer-Profis werden. Die ersten Eindrücke sprechen aber für sich und versprechen auch für den nächsten Themenblock "Netzwerke" weiterhin gute Erfolge. In diesem Zusammenhang unternimmt die AltmuehlNet-Jugend am kommenden Mittwoch eine Exkursion zur Systems in München, um sich dort über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
Samstag, 20. Oktober 2007
In den USA kocht zZ die Diskussion, ob Netzbetreiber nach Gutdünken Dienste blockieren dürfen. Hierzulande zwar nicht in aller Munde und auch noch nicht im Interesse der Medien - aber: schleichend werden Maßnahmen ergriffen, die erstmal unter dem Vorwand des "Kundenschutzes" stattfinden. Folgende Beispiele mögen ein wenig technisch klingen. Vielleicht sind sie für "Otto-Normal-Surfer" nur bedingt nachvollziehbar. Es ist Aufgabe der Bürgernetzvereine, gerne mit Unterstützung des Bürgernetzverbandes, diese Mißstände weiter zu recherchieren, ihren Mitgliedern zur Verfügung zu stellen, zu verbreiten, zu vertiefen, zu diskutieren und somit einen Beitrag zur "mündigen Surferin" zu leisten. - Ein großer amerikanischer Online Dienst mit Ableger hier in DE (baut gerade massiv Personal ab) leitet ausgehende Verbindungen seiner Kunden an Port 25 fremder Server nicht direkt dort hin, sondern über einen angeblichen Viren-/Spamschutz. Immerwieder kommt es aber komischerweise zu Sperrungen dieser Verbindungen und Nichterreichbarkeit der Zielsysteme. Kunden, die Postfächer bei anderen Providern unterhalten und auch deren smtp-Verbindung nutzen wollen, beschweren sich natürlich erstmal bei dem Zielprovider, warum denn der Port 25 dort nicht erreichbar sei. Erst nach langen Wartezeiten und vielen nichtssagenden Antworten beim Leitungsprovider bekommt "Kunde" den Hinweis, dass der Port umgebogen wird.
"Netzneutralität in DE? " vollständig lesen
Samstag, 6. Oktober 2007
Lieber Herr MdB Mayer,
Sie haben auf die Frage-des-Monats, "Stirbt der Rechtsstaat?" September 2007 folgendes geantwortet:
"... Diese kann ich zunächst klar mit einem Satz beantworten. Nein, der Rechtsstaat stirbt nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass rechtstaatliche Prinzipien eingehalten und "Online-Durchsuchungen" unter richterlichen Vorbehalt gestellt werden..."
Da lachen ja die Hühner. Was sagen Sie zu diesem Artikel - aktuell und aus Ihrem Heimatstaat Bayern - sozusagen vor Ihrer Tür: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,509861,00.html: Bayerisches LKA und Zollfahnder spähen Rechner aus Noch hat das Bundesverfassungsgericht Online-Durchsuchungen nicht erlaubt. Zollfahnder und bayerische LKA-Beamte haben sich nach Informationen des SPIEGEL dennoch Zugang zu privaten Festplatten verschafft - um Internet-Telefonate zu belauschen. Die Opposition spricht von Rechtsbruch.
Noch Fragen?
Samstag, 6. Oktober 2007
Schon seit Juli 2005 gibt es das Projekt "Frage des Monats". Dort habt Ihr die Möglichkeit Euren Politiker direkt zu Fragen und auch eine Antwort zu bekommen - und nicht nur zu Wahlzeiten - sondern einmal im Monat: Frage des Monats Nun gibt es hin und wieder doch Fragen oder Antworten, die eines Kommentars bedürfen. Dazu haben wir diese Kategorie eingerichtet.
Samstag, 6. Oktober 2007
Thema in dieser Kategorie sollte eigentlich der "Datenschutz" werden. Wir haben viel Material gesammelt und bereiten es für unsere Mitgliedsvereine auf, fassen zusammen, um zu informieren, zu diskutieren und im Rahmen unserer Möglichkeiten zu beeinflussen.
Aber die Dinge überschlagen sich und werden mittlerweile beinah täglich immer wieder getoppt. Nur zwei Beispiele:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,509861,00.html: Bayerisches LKA und Zollfahnder spähen Rechner aus
Noch hat das Bundesverfassungsgericht Online-Durchsuchungen nicht erlaubt. Zollfahnder und bayerische LKA-Beamte haben sich nach Informationen des SPIEGEL dennoch Zugang zu privaten Festplatten verschafft - um Internet-Telefonate zu belauschen. Die Opposition spricht von Rechtsbruch.
Die Diskussionen waren lang und kamen bisher zu keinem Ergebnis und auch zu keiner neuen Gesetzeslage. Aber wie beim Abschuß von gekaperten Flugzeugen, schert sich weder Legislative noch Exekutive - ermuntert durch die politischen Scharfmacher - nicht darum, ob es rechtmäßig ist oder nicht.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,509732,00.html: Bush verteidigt "harte Techniken" gegen Terrorverdächtige
Schläge auf den Kopf des Gefangenen und Simulieren von Ertränken - US-Präsident Bush hat die rüden Methoden beim Verhör von Terrorverdächtigen verteidigt: Sie seien erfolgreich und gesetzeskonform.
Ist das überhaupt noch vorstellbar? In welcher Zeit leben wir? Amerikanische Folter ist keine Folter, weil sie von Amerikanern begangen wird? Menschen werden nicht mehr als Menschen geachtet, weil sie des Terrorismus verdächtigt werden? Und wir füttern die Schlange mit wahllosen Personendaten, Bankdaten, Internet- sowie Telefondaten und allem was einem da halt so einfällt. Kontrolle? Von wem? Wofür? Gibt es noch einen Menschen in diesem Land, der mittlerweile nichts mehr zu verbergen hat? Und die Europäischen "Mächtigen" machen das mit. Denn die wollen das ja auch so haben, die Versicherungen sowieso ...
Deshalb reden und schreiben wir hier von/über Menschenschutz. Denn auch Sie wissen nicht mehr sicher, ob Sie nicht vielleicht schon als Terrorverdächtiger in irgendwelchen Datenbanken stehen - als Ergebnis einer zügellosen Politik, die das Augenmaß längst verloren hat und denen in die Hände spielt, die sie bekämpfen wollen.
Samstag, 6. Oktober 2007
Die digitale Spaltung innerhalb Deutschlands und weltweit ist seit langem Thema unserer Vorstandsarbeit. Insbesondere Eberhard unterstützt im Rahmen der Mitarbeit bei D21 Möglichkeiten, diese Spaltung zu vermindern. Leider engagiert sich D21 nur innerhalb der aktuellen Grenzen von DE, während die digitale Spaltung nicht nur ein deutschlandweites Problem darstellt, sondern besonders auch arme Länder von Wissen und damit Einfluß abschneidet: http://www.heise.de/newsticker/meldung/97000 "Nach einer weltweiten Umfrage des Pew Research Center, für die über 45.000 Menschen in 47 Ländern im April und Mai befragt wurden, ist die digitale Kluft zwischen den reichen und armen Ländern tiefer geworden." Seit Jahresanfang 2007 ist der Bürgernetzverband e.V. in einem Projekt engagiert, dass sich darum bemüht, in einem ersten großen Schritt die rund 600 Gymnasien in Kamerun zu unterstützen eine Infrastruktur aufzubauen, die es den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern erlaubt, mit Computern und Internetzugang zu lehren und zu lernen. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern vor allem auch um KnowHow-Transfer und die Ausbildung der Multiplikatoren. So wurden bereits Plattformen geschaffen, die mehrsprachig für die Schülernetzverwaltung und als Online-Kurs-Managementsystem über das Internet gemeinsam genutzt werden können. Es wird besonders großer Wert auf Open-Source Software gelegt, um einerseits die Abhängigkeit von nordostamerikanischer Konzernen einzudämmen und andererseits alle Möglichkeiten der individuellen spezifischen Anpassungen zu ermöglichen.
"Die Digitale Kluft wird tiefer ..." vollständig lesen
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Nach gängigem Vorurteil wird der souveräne Umgang mit Computer und Internet den jungen Menschen heutzutage in die Wiege gelegt. Sie saugen das Wissen darüber mit der Muttermilch auf und können ohne fremde Hilfe alles, wofür ein Erwachsener viele Jahre Schulung, Einarbeitungszeit und Erfahrung benötigt. Dem ist natürlich nicht so - wäre auch etwas zu einfach. Trotzdem kann man die unbefangene Art junger Menschen im Umgang mit dem Computer nutzen und sie zu kompetenten Helfern für Erwachsene oder auch weniger erfahrene Altersgenossen machen. In Eichstätt haben wir seit vielen Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz Jugendlicher im "Support" - der ehrenamtlichen Unterstützung für Mitglieder - gemacht. Nun kommt bald eine neue Generation der Helfer zum Einsatz. In wiederum ehrenamtlich erbrachten Seminaren unterrichten die "alten Hasen" im Support die Neulinge in Bereichen wie WLAN und Netzwerktechnik, Virenentfernung oder auch schnellen Vorgehensweisen bei "Standardproblemen". Die Begeisterung für die neuen Kenntnisse kennt kaum Grenzen. Ausgestattet mit viel neuer Erfahrung haben sich einige bereits bei der Einrichtung der Notebooks für die mobile Bildungsinitiative (MBI) mit eingebracht. Auch die Surf-PCs im Vereinsheim des AltmuehlNet haben den jungen Helfern einiges an neue eingerichteter Software zu verdanken. In drei Wochen bricht die Gruppe zu einem Besuch bei der Fachmesse Systems in München auf. Dort gibt es Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Computerbereich und die Gelegenheit, sich aus dem Blickwinkel des Profis einen Überblick über die verfügbaren Produktgruppen zu verschaffen. Ende November fährt die Gruppe für ein Wochenende nach Gelbelsee im Landkreis Eichstätt zu einer Intensivschulung. Gemeinsam mit den erfahrenen Supportern trainieren sie am Objekt (z.B. virenverseuchte Rechner o.ä.) ihre Fertigkeiten und tauschen ihre Erfahrungen aus. Ab Dezember sind sie dann bereits im Einsatz, um bei den in der Vorweihnachtszeit vermehrt auftretenden Computerproblemen zu helfen.
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Gemeinsam mit dem Kolping Bildungswerk, der Medienzentrale des Bistums Eichstätt und dem Katholischen Bildungswerk haben wir beim Eichstätter Bürgernetz AltmuehlNet einen mobilen Schulungsraum eingerichtet. Er besteht aus 15 Notebooks, die sich zusammen mit Beamer und WLAN-Router schnell und unkompliziert überall dort aufbauen lassen, wo gerade ein Schulungsraum benötigt wird. So werden für uns und unsere Partner auch Schulungen auf dem Land, z.B. in Gemeindesälen, Pfarrheimen oder Gaststätten möglich. Die Teilnehmer müssen keine weite Reise nach Eichstätt mehr auf sich nehmen, sondern können in ihrer gewohnten Umgebung ohne lange Wege lernen.
Auf den Rechnern kommen bereits Windows Vista und Office 2007 zum Einsatz. Beide leiden derzeit noch an den üblichen Kinderkrankheiten (insbesondere Vista) und bringen für den Nutzer auch großen "Umgewöhnungsbedarf" mit. Jedoch wächst die Zahl der Rechner mit Vista stetig und der Schulungsbedarf in diesem Bereich wird immer größer. Die Einrichtung und Wartung der Geräte übernimmt die Technikgruppe bei uns. Die Systeme sind mit der Software Acronis TrueImage komplett gesichert und können nach Ende jeder Schulung wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Der Referent hat so größtmögliche Freiheit in Sachen Softwareinstallation oder Veränderungen an der Konfiguration. Am 14. November wird die Anlage in Böhmfeld Vertretern von Landkreis, Gemeinden und Vereinen vorgestellt. Sie können sich dann bei Interesse an einen der vier Partner wenden und ein Schulungsangebot für Bürger, Mitarbeiter oder Mitglieder zusammenstellen.
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